Chris Winkler

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Ich bin verantwortlich für das, was ich sage. Ich bin nicht verantwortlich für das, was du verstehst!
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Geschlecht: weiblich Ort: Markkleeberg
Alter: 40 Land: Deutschland
Familienstand: verliebt Member seit: 18.12.2008
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Blog von "Chris Winkler"
Insgesamt: 2

Suchpool DDR Bürger hat ca. 80 Familien beschenkt

Eintrag erstellt am: 21.12.2008 20:00 Anlagen: 0
Auch gut 18 Jahre nach der Wiedervereinigung bleiben einige Verbrechen des DDR-Regimes noch unaufgeklärt.
Eines dieser Themen ist das plötzliche Verschwinden von Familienangehörigen oder Freunden und Zwangsadoptionen von Kindern regimekritischer Personen.
Der Suchpool DDR Bürger rund um Initiatorin Eva Siebenherz, selbst Betroffene eines solchen Schicksals, hat sich auf die Fahnen geschrieben, Familien mit dieser Vergangenheit wieder zusammenzuführen und das Verbleiben ‚verschwundener’ Angehöriger zu klären. Schon 278 Personen konnten so seit Gründung des Suchpools (Januar 2008) ihre Vergangenheit aufarbeiten oder den Verbleib vermisster Personen erfahren.
Dank der tatkräftigen Unterstützung des kirchlichen Suchdienstes und des persönlichen Einsatzes von Edith Aratsch, Katharina Ramser, Lilli Mank, Ruth Biedlingmaier, Herta Geck und Carmen Fekete (KSD Stuttgart) konnten am 18.12. nun weitere rund 80 Familien dieser Erfolgstatistik hinzugefügt werden. Für sie gab es ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk, wohl das schönste ihres Lebens: Suchende des Suchpool DDR Bürger, deren Suchanzeigen der Suchpool ohne Angabe persönlicher Daten dem kirchlichen Suchdienst zur Verfügung gestellt hatte, erhalten in den nächsten Tagen erste Informationen zum Verbleib ihrer Angehörigen. Für viele der Suchenden sind es die ersten Informationen nach Jahrzehnten.
Somit wird es für viele Familien in diesem Jahr ein ganz besonderes Weihnachtsfest – ein Fest der Hoffnung, ihre Angehörigen bald wieder sehen zu können.
Bei den ‚Verschwundenen’ handelte es sich teilweise um (Zwangs)-Adoptionen von Kindern regimekritischer DDR-Bürger, die ihren Eltern weggenommen wurden, um deren sozialistische Erziehung sicherzustellen. Aber auch andere vermisste Familienangehörige wurden auf diesem Weg gefunden.
Die beiden bewegendsten Fälle betreffen zwei angeblich bei der Geburt gestorbene Säuglinge. Auch zu diesen ‚Verstorbenen’ fanden sich kurioserweise Informationen beim Kirchlichen Suchdienst in Stuttgart. Für die Eltern und Geschwister eine schier unglaubliche Vorstellung.
Sofort nach Durchsicht der Daten wurden die Suchenden des Suchpools für vermisste DDR-Bürger durch Eva Siebenherz und Sabine Thomä telefonisch informiert. „Die Reaktionen reichten von ungläubig bis absolut happy“, berichtet sie. „Die meisten konnten ihr Glück kaum fassen und können es nun kaum erwarten, ihre Angehörigen möglichst bald wieder in die Arme zu schließen.“
Der Suchpool DDR Bürger, möchten sich an dieser Stelle ganz herzlich für den Einsatz des kirchlichen Suchdienstes unter Leitung von Herrn Rene Massier bedanken, ohne die dieses Weihnachtsgeschenk zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen wäre.

Chris Winkler für den Suchpool DDR Bürger

Suchpool DDR Bürger

Eintrag erstellt am: 18.12.2008 01:04 Anlagen: 1
Mein Name ist Chris Winkler und ich bin Mitbetreiberin von www.suchpool-ddr-buerger.info.
Mein Hauptanliegen gilt der Aufklärung von Zwangsadoptionen in der DDR.
Ich helfe Adoptierten bei der Suche nach ihren Eltern, sowie Eltern bei der Suche nach ihren Kindern.
Bei meinen Recherchen im Internet, bin ich auf Sie gestossen.
Der Suchpool präsentiert sich derzeit als ein unverzichtbares Angebot für Menschen, die mit dem ihnen als Individuum zugefügten Leid hadern.

Das heißt für die Betroffenen:
- das Nichtwissen ist entsetzlicher als das Wissen um die eigene Biographie (keine Ruhe in der Auseinandersetzung finden)
- Menschen, die ihren Familien entrissen wurden (oder auch gewöhnlich adoptiert) und die noch nichts über ihre Herkunft und die Geschehnisse darum wissen, können das Ereignis nicht in ihre Autobiographie integrieren, sondern sind eben durch das fehlende Wissen dazu verdammt, sich ständig Gedanken darum zu machen

Es handelt sich hier um eine Traumatisierung, die nur bewältigt werden kann, wenn die Gesellschaft heute sich bequemt, konsequent und schonungslos, offen über die Missstände in der DDR aufzuklären. Trauma deswegen, weil es sich um einen schwerwiegenden Bruch in der Biographie handelt, die dass Gefühl erzeugen irgendwie "heimatlos" zu sein.
Durch eine Aufklärung über die Ursachen und die Folgen von z.B. derzeit inhärenten Selbstanteilen, wird den Betroffenen vermittelt, dass ihre Gefühle und Reaktion eine "normale" Antwort auf das geschehene Leid sind. Sie erfahren Anteilnahme, Akzeptanz und können dem Gespenst ihrer Vergangenheit den Schrecken nehmen, indem sie gut informiert sind.

Was wir tun:
- Informationen und Austausch für die Betroffenen bieten (Anteilnahme)
- offensive und aktive Unterstützung bei der Suche nach Aufklärung der eigenen Geschehnisse in der Biograhie (Anzeige/ Detektei)
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für unangenehme Wahrheiten bzgl. der Geschichte eines Volkes
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